![]() |
| Jugend Forscht ... |
1993 machte ich mein Diplom als Student der Elektrotechnik an der RWTH Aachen. Seit meinem Diplom beschäftige ich mich als Entwicklungsingenieur mit integrierten Schaltungen oder "Chips". In dieser Zeit war ich drei Jahre bei einer kleinen Entwicklungsfirma in Chemnitz angestellt und ein Jahr beim münchner Designcenter der englischen Firma Plessey, das nach dem Aufkauf durch Mitel leider geschlossen wurde. Von 1997 bis 2007 arbeite ich für die Siemens AG in München im Bereich Halbleiter, der im April 2000 unter dem Namen Infineon Technologies ausgegliedert wurde.
In dieser Zeit habe ich an den verschiedensten Projekten als Analog- oder Mixed-Signal Entwicklungsingenieur mitgearbeitet, unter anderem waren dies:
Entwurf und Analyse von Frequenzsynthesizern oder PLLs waren meine Hauptthemen der letzten Jahre: Praktisch jedes moderne Gerät der Konsum- und Kommunikationselektronik enthält mindestens eine PLL, die z.B. zur Frequenzeinstellung in UKW - Radios oder zur Erzeugung der Multi-GHz Taktfrequenzen von PCs benötigt wird. Auch bei der Synchronisation von Signalen kommt man kaum ohne PLLs aus - ein durchlaufendes Bild im Fernsehen ist ein Beispiel für eine misslungene Synchronisation zwischen Fernsehsender und -empfänger. PLLs sind komplexe Gebilde, die Ingenieure und Wissenschaftler schon seit rund 70 Jahren beschäftigt halten. Hier treffen sich Regelungs-, Nachrichten-, und Hochfrequenztechnik: die sehr unterschiedlichen Zeitkonstanten und Frequenzen machen Simulation und Messtechnik zu einer Herausforderung, wachsende Anforderungen bei Anwendungen in der drahtlosen und drahtgebundenen Datenübertragung verlangen nach immer schnelleren und rauscharmeren PLLs.
Manche Projekte habe ich eigenverantwortlich als Projektleiter betreut, in anderen Teilprojekte bearbeitet. Neben meiner eigentlichen Arbeit - dem Entwurf von analogen und gemischt analog-digitalen integrierten Schaltungen - bin ich immer wieder auf Probleme im Zusammenhang mit Simulation und Verifikation der integrierten Schaltungen gestossen. Durch zunehmenden Termin- und Kostendruck im Zuge der Wirtschaftsflaute der letzten Jahre haben diese Probleme an Gewicht gewonnen: Die reine Fertigungszeit eines Chips, der in einer modernen Technologie produziert wird, beträgt mehrere Monate und die Kosten für einen Fertigungsdurchlauf betragen eine halbe bis eine Million Euro. Ein Designfehler, der erst am fertigen Chip bemerkt wird, kann leicht dazu führen, dass der Chip das Marktfenster verpasst und das Projekt unprofitabel macht.
Daher habe ich mich neben "klassischen" Entwicklertätigkeiten immer wieder mit der Verbesserung des Design Flows und der Testbarkeit von ICs beschäftigt, d.h. mit Entwurfs- und Verifikationstechniken zur Vermeidung von Fehlern. Spezielle Schaltungsblöcke zum Selbsttest und zur Selbstkalibration beschleunigen ausserdem die Fehlersuche und den Produktionstest. Dies war auch das Thema meiner Promotion, die ich 2010 abgeschlossen habe.
Im Jahr 2007 habe ich die Seiten gewechselt und unterrichte jetzt an der Hochschule München analogen Schaltungsentwurf und digitale Signalverarbeitung. Bei Infineon habe ich den Spaß an Weiterbildung und Lehre entdeckt, für mich war der Wechsel an eine Hochschule daher ein naheliegender Schritt. Im Labor Schaltungstechnik kann ich mich außerdem nach wie vor mit Mixed-Signal Schaltungsentwurf beschäftigen und habe daher für mich den idealen Job gefunden.
Veröffentlichungen und weitere Informationen zu meinem Berufsleben finden Sie unter [Publikationen] und den folgenden Links:
- 675kB) - wie entsteht
eigentlich so ein Chip? Ein Interview des Online-Magazins ChangeX mit mir (25.9. 2002).
- 130kB)